Adjektivische Wortbildungen mit -los, -loos, -frei und -vrij Eine kontrastive Analyse von Wortbildungsmustern im Deutschen und im Niederländischen
Summary
Es gibt vielfältige Beispiele von adjektivischen Wortbildungen mit -frei bzw. -los, die ins Niederländische als entsprechende Wortbildungen mit -vrij bzw. -loos übersetzt werden und umgekehrt. Die jeweiligen nominalen Basen stimmen bei Suffigierungen wie koffeinfrei – cafeïnevrij semantisch überein. In beiden Sprachen können jedoch auch differierende Wortbildungsmuster oder ausschließliche Paraphrasierungen bei einer Übersetzung vorliegen.
Die vorliegende Arbeit hat sich das Ziel gesetzt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Wortbildungsmuster beim kontrastiven Vergleich von deutschen und niederländischen Wortbildungen nominal basierter Adjektive mit -los, -loos, -frei und -vrij zu untersuchen. Die Ähnlichkeit beider Sprachen lässt dabei vor allem gemeinsame Wortbildungsmuster vermuten.
Die Arbeitsgrundlage bildeten Korpora von Adjektiven mit -frei, -los, -vrij und -loos, die jeweils eine nominale Basis haben. Es wurde zudem eine morphologisch-semantische Analysemethode auf der Basis von Äquivalenztypen entwickelt, die sich an Untersuchungsmethoden in der kontrastiven Phraseologie orientiert.
Bei allen vier Derivationen mit -frei, -los, -vrij bzw. -loos ergab sich erwartungsgemäß jeweils eine Präferenz zu volläquivalenten Wortbildungen. Demgegenüber fielen diverse Differenzen auf wie beispielsweise eine Tendenz einiger niederländischer -vrij-Adjektive, deutsche Derivate mit -sicher zu bilden. Ferner gab es ausschließlich bei den untersuchten deutschen Derivaten tendenziell viele paraphrasierte Übersetzungen ins Niederländische, zu denen sich allerdings in meist informellen Internettexten auch alternative volläquivalente Übersetzungen finden ließen. Konform des linguistischen Ökonomieprinzips wäre es denkbar, dass diese Wortbildungen mit -vrij bzw. -loos auf Dauer die entsprechenden paraphrasierten Ausdrücke verdrängen könnten.